Der Mond im Schlafrock

Eisiger Mond

Ganz schön glatt, knurrt Erwin leise, rutscht fast aus in dunkler Schneise,
als er Eicheln und Kastanien für die Schweinchen, fern aus Spanien,
huckepack im Jutesack in den Wald bringt und es knackt
leis' der Frost - und perdauz, liegt er lang, der arme Kauz.

Rappelt sich und kalter Mondschein wabert aus den Wolken nieder,
huckt den Sack und trappelt weiter, denkt an Frühling, weißen Flieder,
der da wächst, wo Hedwig wohnt, eingemummelt unter'm Holler-
busch und winterschläft gemütlich - Mondeskälte wird noch doller.

Doch jetzt grunzen seine Schweinchen, wittern Eicheln und Kastanien,
Erwin kippt den Fresstrog voll für die Schweinchen, fern aus Spanien.
Die hat er vom Biobauern abgekauft und hier versteckt,
denn er will nicht, dass die Suse sie bei ihm zu Haus entdeckt.

Schinken will er einmal räuchern, Bioeisbein und Kot'lett
seiner süßen Suse reichen - duftend zart nach alten Eichen.
Stapft zufrieden durch die fahle, nasezwickend' Mondeskälte,
der mit halbem gelben Schein aus dem Wald macht Märchenwelten.

Erwin schürt sodann das Feuer, steckt sich die Zigarre an,
lehnt zufrieden sich zurück - wundervoll ist's hier im Tann.
Und die Suse in ihr'm Bette, Gänsedaunen, schnauft verzückt.
Allerdings ahnt sie noch nix von Erwin's Biobauernglück.

© Christian Koch

(vom 09.01.2017, 19:11 Uhr)

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