Der Mond im Schlafrock

Es ist dunkel im Wald

Der Waldweg ist moosig und luftig schwingt vor mir dein Rock.
Sieben mal vorher hab ich dich schon hier her gelockt.
Sieben mal klimpern die Wimpern von dir mich schon an,
sieben mal stolper' ich hinter dir her durch den Tann.

Es ist dunkel im Wald, deine Hände sind so kalt,
doch mein Herz schwitzt, weil du neben mir sitzt.
Und ich rutsch an dich ran, der Mond scheint durch den Tann,
doch ich trau mich nicht dich zu verführ'n.

Die Eule äugt und ich meine, sie lacht mich aus,
es raschelt da hinten 'ne tanzende Waldspitzmaus.
Der Wolf heult im Mondschein, die Sterne spiel'n Ringelreih'n,
ich kneif mir die Wange und sag mir: Jetzt mutig sein.

Und ich tu, was ich kann, dass ich dich wärmen kann
und ich tu es ganz ungeniert.
Und du nimmst meine Hand und führ'st sie dort hin
und nun weiß ich, dass jetzt was passiert.

© Christian Koch

(vom 01.08.2016, 09:56 Uhr)

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